Am 14.09.2009 hat das amerikanische Joint Committee on Taxation (JCT) eine umfangreiche Stellungnahme veröffentlicht, die zu den jüngsten Steuerreformvorschlägen Stellung nimmt. Das JCT ist ein unabhängiges Gremium aus Ökonomen und Juristen zur Beratung der Abgeordneten des U.S. Congress in Fragen der Steuergesetzgebung. Das JCT stellt in seinem Report an Hand empirischer Daten eine fehlende Entscheidungsneutralität des derzeitigen U.S. Steuersystems hinsichtlich der Repatriierung von Gewinnen fest und schlägt daher ein Freistellungssystem (Verzicht auf die Besteuerung ausländischer Einkünfte von U.S. Konzernen) oder ein vollständiges Anrechnungssystem (Besteuerung ohne zeitlichen Aufschub jeglicher ausländischer Einkünfte von U.S. Konzernen) als Alternativen zu den Obama- Vorschlägen vor. Neben diesen eher theoretischen Vorschlägen nimmt das JCT auch zu konkreten U.S. Steuerreformvorschlägen Stellung. Dabei wird beispielsweise die Einführung verschärfter Missbrauchsregeln oder eine Reform der Verrechnungspreisregelungen hinsichtlich des Transfers von immateriellen Wirtschaftsgütern diskutiert. Weiter werden auch die Möglichkeit einer Abkehr von der aktuellen Qualifikation der Ansässigkeit basierend auf dem Gründungsstaat einer Gesellschaft hin zu dem Ort der Geschäftsführung sowie eine Modifikation der geplanten Änderungen der earning stripping rules sowie der foreign tax credit rules angesprochen. Das JCT hat lediglich beratende Funktion, so dass abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen die Stellungnahme auf den Gesetzgebungsprozess haben wird. Zudem soll der Gesetzgebungsprozess laut eines aktuellen Artikels des Wall Street Journals vom 13. Oktober voraussichtlich erst nächstes Jahr fortgesetzt werden.

