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23.11.2023
Arbeitnehmerbesteuerung/ Sozialversicherung

BMF: Reisekosten und Reisekostenvergütungen bei betrieblich und beruflich veranlassten Auslandsreisen ab 01.01.2024

Das BMF hat die maßgeblichen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen ab dem 01.01.2024 bekannt gegeben.

Hintergrund

Bei einer beruflich bedingten Tätigkeit im Ausland treten an die Stelle der in § 9 Abs. 4a S. 3 EStG angegebenen Inlandspauschbeträge länderweise unterschiedliche Pauschbeträge, die für die Fälle der ganztägigen Abwesenheit des Arbeitnehmers von der Wohnung mit 120 Prozent sowie an An- und Abreisetagen und einer mehr als 8 stündigen Abwesenheit des Arbeitnehmers von der Wohnung oder der ersten Tätigkeitsstätte mit 80 Prozent der Auslandstagegelder nach dem Bundesreisekostengesetz angesetzt werden. Die Auslandspauschbeträge ab 01.01.2024 werden vom BMF im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder aufgerundet auf volle Euro festgesetzt.

Verwaltungsanweisung

Das BMF hat die maßgeblichen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsreisen ab dem 01.01.2024 bekannt gegeben. Das Schreiben enthält eine entsprechende Übersicht zu allen Ländern, in der alle Änderungen gegenüber den für 2023 maßgebenden Beträgen im Fettdruck aufgeführt sind.

Insgesamt wurden die Pauschbeträge von 51 Ländern oder Regionen verändert. Bei 47 dieser 51 Länder wurden sowohl Veränderungen der Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen als auch für die Übernachtungskosten vorgenommen.

Die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen sind mehrheitlich gestiegen. Deutlich angestiegen (um mehr als 4 €) sind die Beträge für Äquatorialguinea, Canberra (Australien), Australien im Übrigen (ohne Canberra und Sydney), Brasilien (Rio De Janeiro), Dominikanische Republik, Dschibuti, Georgien, Guinea, Rom (Italien), Kamerun, Ottawa (Kanada), Vancouver (Kanada), Kanada im Übrigen (ohne Ottawa, Toronto und Vancouver), Kuba, Libanon, Mosambik, Österreich, Philippinen, Sierra Leone, Palma de Mallorca (Spanien), Südsudan, Trinidad und Tobago und Zentralafrikanische Republik.
Auch die Pauschbeträge für Übernachtungen sind in den meisten Regionen angestiegen. Der Betrag für die Übernachtungskosten hat sich vor allem in Canberra (Australien), Australien im Übrigen (ohne Canberra und Sydney), Barbados, Sao Paulo (Brasilien), Hongkong (China), Dominikanische Republik, Fidschi, Finnland, Guinea, Italien, Tokio (Japan), Kamerun, Kanada, Libanon, Madagaskar, Mosambik, Österreich, Paraguay, Philippinen, Barcelona (Spanien), Madrid (Spanien), Palma de Mallorca (Spanien), Sri Lanka, Südsudan, Trinidad und Tobago, Tunesien und Zentralafrikanische Republik deutlich erhöht (um mehr als 4 €). Besonders gesunken ist der Pauschbetrag für Übernachtungen in Kuba (um 58 €). Während 2023 der Pauschbetrag für Übernachtungen noch 228 € betrug, ist er ab dem 1.1.2024 auf 170 € gesunken. Dagegen ist der Pauschbetrag in Toronto (Kanada) besonders gestiegen (um 231 €). Während 2023 der Pauschbetrag für Übernachtungen noch 161 € betrug, ist er ab dem 1.1.2024 auf 392 € gestiegen.

Für die in der Bekanntmachung nicht erfassten Länder ist wie auch in den Vorjahren der für Luxemburg geltende Pauschbetrag maßgebend. Für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes ist weiterhin der für das Mutterland geltende Pauschbetrag maßgebend.

Weiterhin äußert sich das BMF zur Kürzung von Verpflegungspauschalen. Bei der Bereitstellung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Anweisung durch einen Dritten erfolgt die Kürzung der Verpflegungspauschale gemäß § 9 Absatz 4a Satz 8 ff. des EStG tagesbezogen. Das bedeutet, dass die Kürzung von der für den jeweiligen Reisetag geltenden Verpflegungspauschale für eine 24-stündige Abwesenheit gemäß § 9 Absatz 4a Satz 5 EStG erfolgt. Diese Regelung gilt laut Finanzverwaltungsauffassung unabhängig davon, in welchem Land die jeweilige Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

Betroffene Normen

§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 5, § 9 Abs. 4a EStG

Fundstelle

BMF, Schreiben vom 21.11.2023, IV C 5 - S 2353/19/10010 :005 

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