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25.03.2026
Transfer Pricing

OECD: APA & MAP-Statistiken 2024 – Zahl der abgeschlossenen MAPs mit Verrechnungspreisbezug in Deutschland stark gestiegen

Am 31. Oktober 2025 präsentierte die OECD im Rahmen des siebten Tax Certainty Day ihre aktuellen Statistiken zu Verständigungsverfahren (Mutual Agreement Procedure – MAP) sowie zum zweiten Mal zu Vorabverständigungsverfahren (Advance Pricing Agreement – APA). Die Veröffentlichung unterstreicht die zentrale Rolle dieser Instrumente bei der Sicherung steuerlicher Rechtssicherheit und der Vermeidung von Doppelbesteuerung. 

Die MAP-Statistiken dienen weiterhin als wichtiges Kontrollinstrument für die Umsetzung des Mindeststandards aus BEPS-Aktion 14. Sie zeigen, wie effektiv Doppelbesteuerungsstreitigkeiten zwischen Staaten beigelegt werden. Ergänzend verdeutlichen die APA-Statistiken die zunehmende Bedeutung präventiver Maßnahmen im Bereich der Verrechnungspreise. Mit einer breiteren Datenbasis und wachsender Zahl bilateraler APAs wird die Entwicklung hin zu mehr Planbarkeit und Risikominimierung für multinationale Unternehmen sichtbar.

Neben den statistischen Auswertungen ehrte die OECD erneut die Gewinner der MAP-Awards und vergab zum zweiten Mal den APA-Award, um herausragende Leistungen der zuständigen Behörden bei Streitbeilegung und Streitprävention zu würdigen. Beide Auszeichnungen sollen die internationale Zusammenarbeit fördern und Best Practices hervorheben.

Die OECD betonte, dass die Kombination aus globalem Überblick und länderspezifischen Daten nicht nur Fortschritte messbar macht, sondern auch Ansatzpunkte für die Optimierung von Verfahren liefert. Digitalisierung und effiziente Kommunikation bleiben dabei Schlüsselfaktoren für die Zukunft.

Neben dem Überblick über die Trends der APA und MAP-Statistiken liegt der Fokus des folgenden Artikels auf den Statistiken aus deutscher Perspektive und liefert eine länderbezogene Analyse der deutschen MAP-Verfahren. Für eine Untersuchung der APA und MAP-Statistiken auf regionaler Ebene, insbesondere der EMEA-Region verweisen wir auf den Artikel "OECD APA & MAP Statistiken 2024 – Heterogene Entwicklungen der APA & MAP Statistiken innerhalb Europas". 

Wesentliche Trends: MAP-Statistiken

Bestand an MAP-Fällen gestiegen:

Die Zahl der offenen MAP-Fälle ist nach einem Rückgang im Vorjahr wieder um 3,5% gestiegen (Berechnet auf Basis des Vergleichs von Jahresendbestand und Bestand zu Jahresbeginn). Während die Anzahl der offenen Verrechnungspreisfälle um 4,9% stieg, gab es bei den sonstigen Fällen einen Anstieg von 2%. Die OECD wertet diesen Anstieg als Rückkehr zum Langzeittrend im Bereich der Bestände nach dem potenziell negativen Einfluss der COVID-19-Krise.

Anzahl der abgeschlossenen MAP-Fälle gesunken:

Nach dem Rekordhoch der abgeschlossenen MAP-Fälle im Vorjahr, sank die Zahl der abgeschlossenen Fälle im Jahr 2024 um 2,9%. Insbesondere ein Rückgang von 5,6% bei den abgeschlossenen Fällen mit Verrechnungspreisbezug trug zu diesem Rückgang bei.

Durchschnittliche Bearbeitungsdauer von MAP-Fällen bleibt konstant:

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von MAP-Fällen mit Verrechnungspreisbezug ist gegenüber 32 Monaten im Jahr 2023 leicht auf 30,9 Monate gesunken. Sonstige Fälle benötigen mit 24,5 Monaten im Durchschnitt etwas länger als im Vorjahr (23,4 Monate). Somit bleibt die durchschnittliche Bearbeitungsdauer aller MAP-Fälle relativ konstant bei 27,4 Monaten (27,3 Monate in 2023). Damit liegt diese noch immer noch etwas oberhalb des von der OECD angestrebten Durchschnitts von 24 Monaten. Laut OECD könnten zusätzliche Ressourcen und eine Optimierung der Prozesse dazu beitragen, dem Ziel näherzukommen.

Positive Ergebnisse steigen an:

Die Zahl der vollständig gelösten (durch eine Vereinbarung der Behörden, eine einseitige Entlastung oder innerstaatliche Lösung abgeschlossene Fälle) MAP-Verfahren stieg um etwa 2% auf 76% im Vergleich zum Vorjahr an. Die Zahl der ohne Vereinbarung abgeschlossenen MAP-Fälle blieb konstant zum Vorjahr bei 4,1% - was laut OECD das Engagement der zuständigen Behörden zeigt, in der Mehrheit der Fälle eine Einigung zu erzielen.

Weniger als 20% MAP-Fälle im Bestand älter als 4 Jahre

Der Bestand der offenen MAP-Fälle konnte durch die Behörden weiter verjüngt werden. Die Zahl der MAP-Fälle, die älter als 4 Jahre sind, konnte von 24% im Jahr 2023 auf unter 20% gesenkt werden. Die Zahl der offenen Fälle unter 2 Jahren stieg währenddessen auf 56,4% an (52% im Jahr 2023). Aus der Zeit vor 2016 stammen lediglich noch 3,3% der offenen Fälle.

MAP-Trends in Deutschland

Die von der OECD ebenfalls veröffentlichten individuellen Daten der einzelnen Finanzbehörden ermöglichen den Vergleich der Statistiken zwischen Deutschland und dem globalen Mittelwert.

MAP-Trends im Mittelwert und Deutschland

Der Jahresendbestand offener MAP-Fälle ist in Deutschland um 0,6% im Vergleich zum Bestand zu Jahresbeginn gefallen. Der Rückgang wird durch die sonstigen Fälle getrieben, während die MAP-Verfahren mit Verrechnungspreisbezug insgesamt um 3,7% gewachsen sind.

Der Anstieg der neuen MAP-Fälle im Vergleich zum Vorjahr ist in Deutschland mit 2,7% deutlich schwächer ausgefallen als im globalen Mittel. Während die Zahl der neuen Verrechnungspreisfälle um 6,5% stieg, sanken die neuen sonstigen Fälle um 0,9%.

Bei der Zahl der abgeschlossenen MAP-Fälle mit Verrechnungspreisbezug konnte sich Deutschland gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 10,4% verbessern. Hier liegt Deutschland deutlich über dem globalen Mittel, welches einen Rückgang der abgeschlossenen MAP-Fälle zeigt. Durch den besonders hohen Rückgang bei der Zahl der abgeschlossenen sonstigen Fälle ist die Gesamtzahl der abgeschlossenen MAP-Fälle in Deutschland mit -9,3% im Vergleich zum Vorjahr jedoch auch rückläufig.

Während die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der MAP-Fälle mit Verrechnungspreisbezug um 2,5 Monate angestiegen ist, konnten die Finanzbehörden die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von sonstigen Fällen auf 23,4 Monate senken. Somit liegt die gesamte Durchschnittsdauer bei den Fällen mit deutscher Beteiligung mit 24,4 Monaten näher am von der OECD festgelegten Ziel von 24 Monaten als der globale Mittelwert mit 27,4 Monaten.
Auch im Bereich der abgeschlossenen Fälle konnten sich die Finanzbehörden in Deutschland stärker verbessern als das globale Mittel. Die Zahl der vollständig gelösten MAP-Verfahren stieg um 6,3 Prozentpunkte auf 78,3% an. Ohne Einigung wurden lediglich 1,3% der Fälle abgeschlossen, was einem Rückgang von 0,1 Prozentpunkten entspricht.

Auch wenn sich der Jahresendbestand der MAP-Fälle in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr nicht verjüngen konnte, ist er im Vergleich zum globalen Mittelwert insgesamt jünger.

Insgesamt zeichnen die aktuellen Statistiken ein weiterhin positives Bild der deutschen Finanzbehörden. Besonders hervorzuheben ist, dass die durchschnittliche Bearbeitungszeit für MAP-Fälle mit Verrechnungspreisbezug mit 25,5 Monaten trotz eines leichten Anstiegs weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegt. Auch der starke Anstieg der MAP-Fälle, die vollständig gelöst werden konnten, sollte hervorgehoben werden.

Länderbezogene Analyse der deutschen MAP-Verfahren

Das folgende Kapitel gibt einen detaillierten Einblick in die deutschen MAP-Fälle. Aufgrund der besseren Datenverfügbarkeit werden für den Rest dieses Abschnitts lediglich Fälle, welche nach dem 1. Januar 2016 gestartet wurden, betrachtet.

Die insgesamt 1299 MAP-Verfahren im Jahresendbestand (Fälle mit Verrechnungspreisbezug und sonstige Fälle) verteilen sich auf Verfahren mit insgesamt 33 verschiedenen Ländern, wovon 22 Länder Mitglieder der Europäischen Union sind. Insgesamt 65% der Verfahren im Jahresendbestand machen die Verfahren mit diesen Ländern aus. 72 der deutschen MAP-Verfahren stammen aus Ländern, für welche aufgrund des geringen Bestandes oder aus sonstigen Gründen keine detaillierteren Statistiken zur Verfügung stehen. Diese werden aggregiert betrachtet und sind somit nicht einzelnen Ländern zuzuordnen.
Die untenstehenden Tabellen zeigen jeweils die fünf EU und Nicht-EU-Länder, mit denen Deutschland den höchsten Jahresendbestand an MAP-Fällen mit Verrechnungspreisbezug aufweist, sowie weitere MAP spezifische Informationen.

Detailanalyse - Deutscher MAP-Verfahren mit einzelnen Partnerländern

Italien erweist sich als Land mit dem Deutschland die meisten MAP-Verfahren im Jahresendbestand hat. Auch der Bestand zu Jahresbeginn, die neuen MAP-Fälle und die Zahl der abgeschlossenen Verfahren liegt bei Italien deutlich über den anderen Ländern (bei den sonstigen MAP-Verfahren führt die Schweiz in diesen Kategorien). Unter den Nicht-EU-Ländern weist Deutschland den größten Jahresendbestand mit der Schweiz auf. Die Schweiz führt auch bei den neu eröffneten MAP-Verfahren mit Verrechnungspreisbezug, während mit dem Vereinigten Königreich die meisten Verfahren abgeschlossen werden konnten. Bemerkenswert ist, dass mit Indien zu Jahresbeginn bereits 27 MAP-Verfahren im Bestand waren und im Laufe des Jahres 13 neue hinzukamen, jedoch kein Verfahren abgeschlossen werden konnte.

Über alle Länder hinweg erkennt man, dass die EU-Länder als Partner in MAP-Verfahren die Nicht-EU-Länder deutlich übersteigen. Insgesamt wurden 75% der neuen MAP-Verfahren mit Verrechnungspreisbezug im Jahr 2024 mit EU-Ländern eröffnet.

Die durchschnittlich kürzeste Bearbeitungsdauer mit 13,3 Monaten bei MAP-Fällen mit Verrechnungspreisbezug erzielte Deutschland mit der Schweiz. Mit den Niederlanden steht an zweiter Stelle das erste EU-Land. Von den in der Tabelle gezeigten Ländern blieb Deutschland zudem bei Verfahren mit dem Vereinigte Königreich und Frankreich unter dem von der OECD festgelegten Ziel von 24 Monaten. Trotz der hohen Zahl abgeschlossener Fälle mit Italien lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei diesen mit 26,1 Monaten nur knapp über diesem Ziel. Auch die die Verfahren mit den USA lagen in der Bearbeitungsdauer nur leicht darüber. Die Verfahren mit Polen und Süd-Korea dauerten allerdings trotz geringem Volumen vergleichsweise lange. Da mit Indien im Jahr 2024 kein Verfahren abgeschlossenen werden konnte, ist auch keine durchschnittliche Bearbeitungsdauer berichtet worden.

Die Abschlussrate dient als weiteres Kennzeichen zur Effizienz der Finanzverwaltungen beim Abschluss von MAP-Verfahren. Je höher, desto schneller werden die Verfahren im Bestand abgearbeitet. Die höchste Abschlussrate der dargestellten Länder erzielte die deutschen Finanzverwaltungen in MAP-Verfahren mit dem Vereinigten Königreich und Italien. Spanien konnte dagegen nur eine Abschlussrate von 14,1% erzielen.
Neben der Effizienz und Zeit bei der Bearbeitung von MAP-Fällen ist auch deren erfolgreicher Ausgang ein wichtiger Indikator. Neben der hohen Abschlussrate konnten Deutschland und das Vereinigte Königreich auch eine Erfolgsquote von 100% erzielen. Alle 28 im Jahr 2024 abgeschlossenen MAP-Fälle wurden vollständig gelöst. Bis auf die Niederlande konnten für alle der in der Tabelle dargestellten Länder über 85% der abgeschlossenen Fälle vollständig gelöst werden.

Insgesamt verdeutlicht die kurze Analyse, dass sich sowohl das Volumen als auch die Bearbeitungsdauer und der Ausgang der MAP-Verfahren mit Verrechnungspreisbezug je nach Partnerland deutlich unterscheiden können. Insbesondere die Verfahren mit der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zeigen eine hohe Effizienz und Erfolgsquote, während einzelne Länder – wie Indien oder Polen – durch längere Bearbeitungszeiten bzw. geringe Abschlussraten auffallen.

APA-Statistiken

Nach der Einführung im Jahr 2023 wurden dieses Jahr zum zweiten Mal auch Statistiken über APA-Fälle veröffentlicht. Damit wurde erstmals ein Abgleich der Statistiken mit dem Vorjahr möglich. Insgesamt 80 Jurisdiktionen berichteten im Jahr 2024 APA-Verfahren zugelassen zu haben, was einem Anstieg von 7 Jurisdiktionen gegenüber dem Vorjahr entspricht.

APA-Statistiken Mittelwert und Deutschland

Während der Jahresendbestand im globalen Mittel um 2,9% stieg, sank er in Deutschland um 10,7% auf 335 Fälle. Auch die Anzahl der neuen APA-Fälle sank in Deutschland um 6,1%, während sie im globalen Mittel um 2,9% stieg. In Deutschland konnten insgesamt 117 APA-Fälle geschlossen werden, was einem Anstieg von 85,7% entspricht. Die Zahl der abgeschlossenen APA-Fälle stieg auch im globalen Mittel, allerdings lediglich um 7,7%. Die Abschlussrate, ein Indiz für den Anteil der abgeschlossenen APA-Fälle am Bestand lag mit 28% in Deutschland über dem globalen Mittel. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer lag mit 54,1 Monaten deutlich über dem globalen Mittel und ist im Vergleich zu 2023 auch um fast 10 Monate gestiegen.  

APA- und MAP-Awards

Auch im Jahr 2024 wurden mit den MAP Awards die Finanzbehörden ausgezeichnet, die sich durch besondere Leistungen im Bereich der Verständigungsverfahren hervorgetan haben. Zusätzlich wurden erneut die APA Awards vergeben, diesmal mit Fokus auf die Behörde mit dem größten Zuwachs an APA-Fällen sowie der besten Abschlussquote.

 

MAP-Awards 2024

Die Auszeichnung für die kürzeste durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei MAP-Fällen mit Bezug zu Verrechnungspreisen ging 2024 an die Finanzverwaltung der Schweiz mit 20,02 Monaten. Den zweiten Platz belegte Spanien mit 21,82 Monaten, gefolgt von Dänemark mit 21,92 Monaten. Damit erzielten die Top-3 ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr. Die deutsche Finanzverwaltung, welche im Jahr 2023 noch Platz 2 erreichen konnte, erreichte in diesem Jahr mit 25,5 Monaten lediglich den fünften Platz. Die zweite Auszeichnung für die kürzeste Bearbeitungszeit bei sonstigen Fällen ging klar an Neuseeland mit nur 3,55 Monaten, gefolgt von Australien mit 11,38 Monaten.

Die Auszeichnung für die geringste Quote alter Fälle (Pre-2016-MAPs) ging 2024 an die Niederlande mit nur 0,15%. Den zweiten Platz belegte Kanada mit 0,45%, gefolgt von der Schweiz mit 0,66%.

Die Auszeichnungen für die höchste Abschlussrate werden unterteilt in Länder mit großer (mehr als 100 verbleibende Fälle im Jahresendbestand) und mittelgroßer Arbeitsbelastung (mehr als 20 aber weniger als 100 verbleibende Fälle im Jahresendbestand). Während die Niederlande sich den Preis für die erste Kategorie sichern konnte, erhielt Norwegen den Preis für die zweite.
Bei den Auszeichnungen für die effektivste Zusammenarbeit bei der Konfliktbeilegung im Rahmen von MAP-Verfahren wurde erneut zwischen Fällen mit Verrechnungspreisbezug und sonstigen Fällen unterschieden. Die Auszeichnung für die beste Kooperation bei Verrechnungspreis-Fällen ging 2024 an Indien und Japan. Für sonstige Fälle wurden Australien und Neuseeland prämiert, die durch ihre koordinierte und effiziente Bearbeitung überzeugten. Der letzte Preis der MAP-Awards ging an die Finanzverwaltung der USA, die die Zahl der positiv abgeschlossenen Fälle im Vergleich zum Vorjahr um 40 Fälle steigern konnte.

APA-Awards

APA-Awards 2024

Zwei neue Auszeichnungen wurden in diesem Jahr im Rahmen der APA-Awards vergeben. Irland konnte mit einem Anstieg von 900% den Award für den größten Zuwachs an APA-Fällen unter allen Finanzverwaltungen mit mindestens zehn bearbeiteten APA-Fällen sichern. Dahinter lagen ebenfalls mit einem hohen Zuwachs an APA-Fällen Mexiko und Indien.

Die höchsten Abschlussraten an APA-Fällen erzielte mit 39% die Finanzverwaltung von Dänemark, gefolgt von Singapur (26%) und der Schweiz (25%).

Consolidated Information on MAP

Im Rahmen des Tax Certainty Days veröffentlichte die OECD wie schon in den vergangenen Jahren ein vorläufiges Update der „Consolidated Information on Mutual Agreement Procedures“. Das Dokument dient als Informationssammlung relevanter Informationen zur MAP-Thematik und bietet somit einen umfassenden Überblick über die MAP-Programme der verschiedenen Finanzverwaltungen.

Fazit

Die MAP-Statistiken des Jahres 2024 zeigen, dass Verständigungsverfahren weiterhin ein zentrales Instrument zur Vermeidung von Doppelbesteuerung bleiben. Zwar ist die Zahl der abgeschlossenen MAP-Fälle im Vergleich zum Rekordjahr 2023 leicht zurückgegangen, dennoch verdeutlicht die insgesamt stabile Erfolgsquote von 76 %, dass die Verfahren effektiv zur Streitbeilegung beitragen. Positiv hervorzuheben ist die deutliche Verringerung älterer Fälle, was auf eine zunehmende Effizienz der zuständigen Behörden hinweist.

Gleichzeitig bleibt die Bearbeitungsdauer eine Herausforderung: Mit durchschnittlich 27,4 Monaten liegt sie weiterhin über dem von der OECD angestrebten Ziel von 24 Monaten. Deutschland konnte hier erneut punkten, indem es die OECD-Vorgabe bei Verrechnungspreisfällen nahezu erreichte, was die Leistungsfähigkeit der deutschen Finanzverwaltung unterstreicht.

Eine detailliertere Analyse der deutschen MAP-Verfahren mit verschiedenen Partnerländern zeigt unter anderem, dass Deutschlands MAP-Aktivitäten stark von Verfahren mit EU-Partnerstaaten geprägt sind.

Bemerkenswert ist ebenfalls der Fokus der OECD auf Streitprävention. Die APA-Statistiken und die Vergabe des APA-Awards zeigen, dass Vorabverständigungen zunehmend an Bedeutung gewinnen und einen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung leisten. Die steigende Zahl bilateraler APAs und die wachsende Transparenz durch detaillierte Länderberichte verdeutlichen den Trend hin zu mehr Planbarkeit und Rechtssicherheit für multinationale Unternehmen.

Fundstellen

OECD, Pressemitteilung vom 31. Oktober 2025, Tax certainty: OECD releases new statistics on tax disputes, showing positive outcomes but with challenges remaining

OECD, Key trends: 2024 MAP & APA Statistics

OECD, Tax Certainty Day 2025

OECD, 2024 Mutual Agreement Procedure Statistics

OECD, 2024 Advance Pricing Arrangements Statistics

OECD (2025), Making Dispute Resolution Mechanisms More Effective – Consolidated Information on Mutual Agreement Procedures 2025, OECD/G20 Base Erosion and Profit Shifting Project, OECD, Paris

Ihre Ansprechpartner

Markus Kircher
Partner in Tax and Legal → Transfer Pricing

mkircher@deloitte.de
Tel.: +49-69-756957011

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