UN Tax Committee: Neue Weichenstellungen im Transfer Pricing
Im Rahmen der 32. Sitzung des UN Committee of Experts on International Cooperation in Tax Matters vom 23. bis 26. März 2026 in New York wurden die Arbeitsprogramme für die neue Legislaturperiode 2025–2029 verabschiedet. Ein zentraler Schwerpunkt lag dabei auf dem Bereich Transfer Pricing, dessen Ausrichtung nunmehr für die kommenden Jahre festgelegt ist. Dabei setzt die UN weiterhin klar auf praxisnahe Leitlinien, mit besonderem Fokus auf die Bedürfnisse von Entwicklungs- und Schwellenländern.
Genehmigte Arbeitsschwerpunkte bis 2029
Das Committee hat den Workplan des Transfer-Pricing-Subcommittees bestätigt, der insbesondere folgende Themenfelder umfasst:
Überarbeitung des UN Practical Manual on Transfer Pricing
- Financial Transactions (Kapitel 9)
Erweiterung u. a. um Guidance zu Cash Pooling Strukturen sowie zur Abgrenzung von Fremd und Eigenkapital, einschließlich stärkerer Berücksichtigung eingeschränkter Vergleichsdaten. - Intangibles (Kapitel 6)
Vertiefung der bestehenden Guidance, insbesondere zu gebündelten Intangibles, IP Strukturen mit begrenzter Transparenz sowie zur praktischen Anwendung des DEMPE Konzepts im UN Kontext. - Intragroup Services (Kapitel 5)
Ausbau der Guidance zum Benefit Test, mit stärkerem Fokus auf praktikable Nachweis- und Dokumentationsanforderungen für Steuerverwaltungen. - Safe Harbour Regelungen und Vereinfachung
Entwicklung expliziter Vereinfachungsinstrumente, einschließlich Safe Harbours, Checklisten und standardisierter Ansätze zur Reduktion von Compliance und Prüfungsaufwand. - Country Risk Adjustments
Erweiterung des Manuals um konkrete Hinweise, wie länderspezifische Risiken bei der Vergleichbarkeitsanalyse berücksichtigt werden können.
Branchenspezifische Guidance für den ICT Sektor, einschließlich Telekommunikation, IT Services und Softwareentwicklung
- Guidance zur Gewinnabgrenzung bei Betriebsstätten (PEs), in enger Abstimmung mit dem UN Model Subcommittee und dem Subcommittee on the Digitalized and Globalized Economy. Ein erster Bericht zur Struktur hierzu soll bereits bis zur 33. Sitzung (Oktober 2026) vorgelegt werden.
- Guidance zu unilateralen APAs, aufbauend auf der bestehenden Arbeit zu bilateralen APAs, mit Fokus auf einfache, administrierbare Programme für Staaten mit begrenzten Ressourcen.
Zentrale Diskussionspunkte aus den Sitzungen
Die Diskussionen innerhalb des Committees machten mehrere inhaltliche Trends deutlich:
- Profit Attribution zu PEs: Eine signifikante Anzahl von Staaten sprach sich für Elemente eines formulary apportionment aus. Wie dieser Ansatz mit Artikel 9 des UN Musterabkommens vereinbar ist, blieb offen und soll in enger Abstimmung mit dem UN Model Subcommittee weiter konkretisiert werden.
- Intangibles und digitale Geschäftsmodelle: Es wurde ein klarer Bedarf an zusätzlicher Guidance zur Bewertung von IP in digitalen Geschäftsmodellen sowie zum Wert von Daten identifiziert.
- Vereinfachung und Administrierbarkeit: Mehrere Delegationen plädierten für stärkere Simplifikationsmaßnahmen, etwa in Form von Checklisten im UN Manual oder standardisierten Templates (z. B. für Local Files).
- Unilaterale APAs: Diese wurden von vielen Ländern als sinnvoller erster Schritt auf dem Weg zu bilateralen oder multilateralen APAs angesehen, insbesondere in Staaten mit begrenzten Ressourcen.
Staaten mit begrenzten Ressourcen
Ausblick
Das nächste Meeting des UN Tax Committee ist für Oktober 2026 in Genf geplant. Bis dahin werden die beschlossenen Themen im Transfer Pricing Subcommittee bearbeitet. Zu dem Meeting soll bereits ein erster Bericht zur Gewinnzuordnung auf Betriebsstätten vorgelegt werden.
